Gartenzaun selber bauen - die Anleitung

Gartenzaun ist nicht gleich Gartenzaun. Weltweit sind im Lauf der Zeit sehr unterschiedliche Zaunformen entstanden, die das Gesamtbild von einzelnen Kulturlandschaften zum Teil maßgeblich mitgeprägt haben. Die Idee, das eigene Grundstück zu umzäunen, stammt ursprünglich aus England, während in anderen Ländern Trockenmauern, Hecken oder Wassergräben verwendet wurden. Zu den ältesten Zauntypen im Alpenraum zählen Flecht- und Staketenzäune, die man gelegentlich auch heute noch bei traditionellen Bauernhäusern findet. Diese Zäune dienten damals hauptsächlich dazu, Nutztiere zu halten und diese vor Räubern zu schützen.

Der eigene Gartenzaun ist somit nicht nur ein dekoratives Element, er zeigt auch deutlich nach außen an, wo ein privates Grundstück beginnt. Höhere Zäune dienen als Sichtschutz gegen neugierige Blicke. Wer seinen Gartenzaun aus Holz selber baut, besitzt bei Fertigstellung eine individuell gestaltete Grundstücksgrenze – und hat einiges an Geld gespart.

Bevor Sie sich in das Projekt stürzen - wissen Sie bereits welche Art von Zaun Sie wollen und benötigen? Es gibt verschiedene Zaunarten, wir stellen hier die häufigsten vor.

  • Der Jägerzaun, auch bekannt als Scherenzaun. Wird aus halbrunden Latten gefertigt, die in zwei Lagen über Kreuz verschraubt werden. Der fertige Zaun kann wie eine Ziehharmonika zusammengeschoben werden und kann somit in Höhe wie auch Breite variieren. Die Höhe ist deshalb ziemlich begrenzt, womit er sich nicht unbedingt als Sichtschutzzaun anbietet.
  • Der Sichtschutzzaun verbietet, wie der Name schon so schön sagt, Schutz vor neugierigen Blicken. Auch mit Fertigelementen können verschiedenste Variationen gestaltet werden und so können Sie selbst bestimmen, wie viel Durchblick der Zaun bietet.
  • Der Staketenzaun wird oft aus Eichen- oder Edelkastanienholz gefertigt. Der Zaun wird handelsüblich oft bereits fertig mit zusammengebundenen Elementen verkauft.
  • Der Lattenzaun, die beliebteste Zaunart vieler Gartenliebhaber. Gebaut aus halbrunden oder flachen Latten, in Höhe und Gestaltung frei wählbar und neben dem Jägerzaun die beliebteste Variante ein Grundstück zu umzäunen.

Für welche Form Sie sich letztendlich entscheiden, hängt davon ab, wie viel Platz der Zaun selbst braucht und welchem Zauntyp Sie den Vorzug geben. 

Holz - der ideale Werkstoff für Ihren Gartenzaun

Kein Baumaterial ist leichter per Hand zu bearbeiten als Holz. Gestrichenes oder imprägniertes Holz ist zudem wetterfest und besitzt eine angenehme, natürliche Optik. Von Ranken bewachsen oder mit Pflanzkästen behängt, fügt sich der Gartenzaun aus Holz nahtlos in die Natur ein.

Um beim Bau des eigenen Zauns zu sparen, lohnt es sich, naturbelassene Elemente aus Holz zu kaufen, die noch zu streichen sind. Wir empfehlen, das Holz einmal vor dem Aufbau und dann ein zweites Mal nach der Montage zu streichen, so erwischen Sie wirklich alle Tiefen.

Was benötige ich, um einen Gartenzaun zu bauen?

  • Bodeneinschlaghülsen, eventuell mit Abdeckkragen
  • Holzpfosten (etwa alle 1,5 bis 2 m)
  • Querlatten nach Bedarf
  • Zaunlatten aus Holz
  • Edelstahlschrauben
  • rostfreie Nägel
  • Holzfarbe für den Außenbereich

Unser Tipp: Beste Pfosten und Latten aus Lärchenholz für Ihren Zaun. Rufen Sie uns an, wir beraten Sie gerne bei Ihrem Projekt!

Das passende Werkzeug

  • Steine, Sprühfarbe oder Richtschnur
  • Vorschlaghammer, Hammer und Einschlaghilfe aus Gummi oder Holz
  • Maßstab und Bleistift
  • Wasserwaage
  • 1 starker Akkuschrauber oder Bohrmaschine
  • Säge (am besten eine gute Tischkreissäge)
  • Pinsel

Unser Tipp: Gutes Werkzeug zu kaufen ist nicht ganz billig. Wenn Sie es nicht regelmäßig benötigen empfehlen wir Ihnen, das Geld zu sparen und sich das benötigte Werkzeug vom Nachbarn oder Baumarkt Ihres Vertrauens auszuleihen.

Holzzaun selber bauen - so geht´s

  1. Zaunverlauf markieren
    Messen Sie mit dem Zollstock den Zaunverlauf aus und markieren Sie diesen mit Steinen, Sprühfarbe oder am besten einer Richtschnur. Nur so können Sie sichergehen, dass Ihr Zaun exakt parallel zur Grundstücksgrenze verläuft.

  2. Einschlaghülsen in den Boden rammen
    Schlagen Sie entlang des markierten Verlaufs die Einschlaghülsen mit dem Vorschlaghammer in den Boden. Dies funktioniert nur in Erdreich, das keinen besonderen Widerstand bietet. Ansonsten müssen Sie Löcher mit dem Spaten ausheben und die Pfosten einbetonieren.
    Achten Sie auf einen gleichmäßigen Abstand der Einschlaghülsen, der etwa 1,5 bis 2 m betragen sollte. Größere Abstände bergen das Risiko, dass der Gartenzaun aus Holz eventuell wacklig wird. Verwenden Sie als Einschlaghilfe einen passenden Holzklotz oder eine spezielle Gummiunterlage, die oben in die Bodenhülse hineinpasst. Richten Sie jede Bodenhülse an der Wasserwaage gerade aus.

  3. Zaunpfosten befestigen
    Stecken Sie passende Zaunpfosten in die Bodenhülsen. Wenn Sie dafür noch einmal den Vorschlaghammer nutzen müssen, dann polstern Sie die Schlagfläche ausreichend aus, um das Holz nicht zu beschädigen. Hierzu bietet sich ein gefaltetes Tuch an.

  4. Querlatten anpassen
    Messen Sie an jedem Pfosten exakt die Stelle aus, wo Sie Ihre Querlatten befestigen, damit alles gerade wird. Kennzeichnen Sie den Bereich mit einem Bleistift.

  5. Querlatten anschrauben
    Nun schrauben Sie Ihre Querlatten an. Dies geht leichter, wenn eine zweite Person beim Festhalten hilft. Setzen Sie jeweils zwei Edelstahlschrauben in jedesLattenende, um eine feste Verbindung mit dem Zaunpfosten zu gewährleisten. Messen Sie vor dem endgültigen Verschrauben noch einmal mit der Wasserwaage nach, ob alles wirklich gerade ist.

  6. Zaunlatten aufnageln
    Nageln Sie nun in regelmäßigen Abständen Ihre Zaunlatten auf. Legen Sie auch hier die Wasserwaage an und achten Sie darauf, dass die Sprossen oben und unten gerade abschließen.

  7. Schlussanstrich
    Wählen Sie für Ihren Schlussanstrich eine Farbe nach Ihrem Geschmack. Lasuren erhalten den schönen Holzcharakter, weil die Maserung hindurchscheint. Sie dringen tief genug in das Holz ein, um es zu schützen. Streichen Sie Ihren Zaun mehrmals, um die Witterungseinflüsse möglichst lange vom Holz fernzuhalten. Achten Sie auch auf fungizide Zusätze in Ihrer Farbe, um Schimmel aktiv zu bekämpfen.