Die immergrüne Hecke

Viele Pflanzen bekommen ungerechtfertigter Weise die Bezeichnung immergrüne Hecke obwohl sie sehr wohl im Winter ihre Blätter verlieren. Nur weil eine Pflanze den Winter überlebt, eignet sie sich noch nicht als immergrüne Hecke. Wer seinen Garten und gleichzeitig auch den Sichtschutz zum Nachbarn neu gestalten möchte und dabei nicht auf einen Zaun, sondern auf immergrüne Pflanzen zurückgreifen und im nächsten Winter keine böse Überraschung erleben will, sollte hier jetzt ganz genau weiterlesen.:

Kirschlorbeer

Der Kirschlorbeer (Prunus Laurocerasus) ist eine klassische immergrüne Hecke und der ideale Sichtschutz für das ganze Jahr. Ursprünglich stammt sie aus Kleinasien und war verbreitet bis zum Balkan. Nördlich der Alpen war es dem Kirschlorbeer oft zu kalt und frostig, doch mittlerweile ist die Pflanze frosthärter und das Klima milder geworden.

Kirschlorbeer ist somit gut frostbeständig und hält auch die harten, kalten Winter in Österreich ohne weitere Probleme aus. Mit wenig Bodenansprüchen wächst er zudem auf fast jedem nährstoffreichen, gut wasserdurchlässigen und lockeren Gartenboden. Achtung! Feucht und kompakte Gartenböden mag der Kirschlorbeer nicht!

Mit seinen dunkelgrünen Blättern bleibt er 365 Tage im Jahr blickdicht und ist dazu auch noch pflegeleicht. Bei einem Wachstum von ca. 30 cm pro Jahr reicht es die Hecke einmal jährlich zurückzuschneiden.

Auch die Blüten des Kirschlorbeers sind immer wieder ein Hingucker. Von Mai bis Juni trägt er wunderschöne, cremeweiße und kerzenartig aufrechte Blüten, die Schmetterlinge anziehen. Bis August entstehen dann aus den Blüten erstmal kleine, rote, dann schwarze Steinfrüchte, die Vögeln als Nahrung dienen. Im rohen Zustand sind sie für den Menschen giftig, verkocht können sie aber problemlos als Marmelade oder Gelee genossen werden.

Wer sich für einen Kirschlorbeer-Kauf entscheidet, wird die größte Herausforderung zu entscheiden, welche die richtige Sorte für Sie ist. Gerade beim Wuchs unterschieden sie sich stark, dennoch ist ein Kirschlorbeer eine unkomplizierte, immergrüne Hecke mit der Sie nichts falsch machen können.

Schirmbambus

Charakteristisch für den Bambus ist der immergrüne Wuchs, was ihn vor allem als Sichtschutz sehr beliebt macht.

Ursprünglich stammt der Bambus aus Ostasien, wo er in seiner natürlichsten Form bis zu sechs Meter hoch wächst. In unseren Gegenden will das aber kaum jemand haben, weshalb sich der Handel auf Sorten spezialisiert hat, die zwischen eineinhalb und drei Meter hoch werden.

Um möglichst viele Jahre was vom Bambus zu haben, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass er nicht ständig der prallen Sonne ausgesetzt, sondern in einem halbschattigen Part Ihres Garten steht. Auch der Wasserhaushalt darf nicht zu kurz kommen, also auch in den Wintermonaten muss der Bambus regelmäßig gegossen werden. Von den Temperaturen her müssen Sie sich keine Gedanken machen - der Schirmbambus hält Temperaturen von bis zu -24° C stand. Und kälter wird es hoffentlich in den nächsten Jahrzehnten nicht.

Ein Rückschnitt zur Verjüngung ist nicht erforderlich. Der Rückschnitt dient einzig und allein zur Bestimmung der Höhe. Wenn der letzte Winter etwas härter war und der Bambus im Frühjahr sichtbare braune Blätter oder vertrocknete Triebe hat, können Sie die betroffenen Triebe bodennah abschneiden.

Thuja

Der Klassiker in unseren Gärten unter den immergrünen Hecken ist die Thuja, auch Lebensbaum genannt, und stammt ursprünglich aus Asien und Nordamerika.

Thujen wachsen vorzugsweise an sehr sonnigen Standorten und haben dabei einen feuchten Boden, der auch im Sommer nicht austrocknet.

Sehr beliebt sind die Sorten Smaragd und Sunkist. Die Sorte Smaragd ist schmalwüchsig, was sich gut für kleine Gärten anbietet, während Sunkist mit seiner goldgelben Färbung auffällt. Sie zählt zu den kostengünstigsten und pflegeleichtesten Hecken und wird bis zu 4 Meter hoch.

Auch Rückschnitte vertragen sie gut und lassen sich auch gerne experimentelle Schnitte geben - von kugelig bis hin zur Pyramidenform, Ihrer Fantasie wird die Thuja sicher keine Grenzen setzen.

Wenn Sie eine besonders schnellwachsende immergrüne Hecke wollen, ist Thuja die optimale Wahl. Sie wächst im Jahr zwischen 10 und 30 cm!

Eibe

Eine sehr unkomplizierte immergrüne Hecke ist definitiv die Eibe. Sie mag Sonne und Schatten gleichermaßen, ist sehr robust und zickt auch nach starken Rückschnitten nicht herum. Von der Bodenstruktur her ist die Eibe sehr anspruchslos. Sie gedeihen auf jedem Boden, er muss jedoch sehr durchlässig sein und Staunässe mag die Eibe auch nicht. Bei sandigem oder leichten Boden, sollte sie regelmäßig mit Kompost bestreut werden. Sonst ist keine weitere spezielle Düngung notwendig.

Die Eibe lässt sich sehr gerne zurückschneiden. Mit einem Rückschnitt sorgen Sie zudem für einen dichteren Wuchs.

Was gegen eine Eibe spricht, ist der langsame Wachstum. In einem Jahr wächst sie nur rund 10 bis 20 cm. Über mehrere Jahre und mit einigen Jungpflanzen wird die Eibe aber doch satte zwei Meter groß werden.

Glanzmispel

Die Glanzmispel ist nicht nur immergrün, sondern bringt auch Farbe mit in den Garten. Die Züchtung Red Robin bildet auffällig, rotes Laub und eignet sich perfekt als Sichtschutz.

Im Frühling blüht sie herrlich schön mit kleinen, weißen Blüten und duften dabei ganz zart und leicht. Im Herbst bildet die Glanzmispel dann kleine, dicke, rote Früchte, die vor allem Vögel sehr gerne als Nahrung zu sich nehmen. Für den Menschen und viele Haustiere sind die Früchte giftig, aber eine schönes Farbspiel für die Augen und das Gemüt ist ja auch schon etwas.

Sie hat kaum Ansprüche an den Boden, wächst selbst bei Trockenheit und Hitze. Die Glanzmispel liebt also sommerliche Temperaturen und wächst auch sehr schnell - im Jahr zwischen 20 und 30cm. Schon nach einigen Jahren erreicht sie eine Höhe von rund zwei Metern.

Scheinzypresse

Scheinzypresse gibt es in beinahe jeder Form und Größe. Von säulen- bis kegelförmig, von Grün, Gelb, Grau und Blautönen - für jeden ist etwas dabei. Bei einem kleinen Garten bietet sich die Scheinzypresse optimal an. Sie haben eine große Ähnlichkeit zu Thujen, wachsen allerdings aufrechter und etwas langsamer.

Scheinzypressen mögen geschützte, sonnige bis halbschattige Standorte und frische bis feuchte Böden.

In kleinen Gärten bieten sich die Sorten Alumii und Columnaris gut an, sie wachsen schmaler aber trotzdem zu einer dichte Hecke heran. Die Sorte Columnaris wächst schmal, säulenförmig und maximal 20 cm im Jahr. Die Sorte Alumii hingegen legt in zwölf Monaten bis zu 25 cm zu.

Scheinzypressen schneiden Sie am besten 1x jährlich gegen Ende Juni.

Alle Pflanzen eignen sich hervorragend als immergrüner Sichtschutz. Die endgültige Wahl wird am Ende zumeist anhand der bevorzugten Optik getroffen. Für Unentschlossene die sich die Arbeit mit einem lebenden Sichtschutz nicht antun möchten gibt es noch immer die Möglichkeit eines Gartenzauns aus Holz. Dieser ist garantiert das ganze Jahr Blickdichte, unabhängig von Wetter und Jahreszeit.